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Veröffentlicht am 05.06.2026  ·  Von Steffen Schröder, Immobilienexperte

Hauskauf: Ablauf, Schritte und Checkliste

Ein Haus kaufen gehört zu den größten finanziellen Entscheidungen im Leben. Wer den Ablauf kennt und jeden Schritt sorgfältig vorbereitet, vermeidet typische Fehler – und kommt entspannter ins Eigenheim. Diese Übersicht führt Sie von der ersten Budgetplanung bis zur Schlüsselübergabe.

1. Finanzen prüfen und Budgetrahmen festlegen

Am Anfang steht eine ehrliche Bestandsaufnahme: Wie viel Haus können Sie sich wirklich leisten? Stellen Sie Ihre monatlichen Einnahmen und Ausgaben gegenüber und ermitteln Sie, welche Kreditrate dauerhaft tragbar ist. Wichtig: Die bisherige Miete lässt sich nicht einfach mit einer künftigen Kreditrate gleichsetzen. Als Eigentümer tragen Sie zusätzliche laufende Kosten sowie Instandhaltungsrücklagen.

Planen Sie von Anfang an die Kaufnebenkosten ein. Diese betragen je nach Bundesland und Situation zwischen 10 und 15 Prozent des Kaufpreises und umfassen:

  • Grunderwerbsteuer (je nach Bundesland 3,5 bis 6,5 %)
  • Notar- und Grundbuchkosten (ca. 2 % des Kaufpreises)
  • Gegebenenfalls Maklerprovision
  • Puffer für Renovierung oder Modernisierung

Diese Nebenkosten sollten idealerweise aus Eigenkapital gedeckt werden. Als Eigenkapital zählen Ersparnisse auf Tages- oder Festgeldkonten, Wertpapiere sowie Erbschaften oder Schenkungen.

2. Passende Immobilie suchen und besichtigen

Sobald der Finanzierungsrahmen steht, beginnt die Immobiliensuche – über Portale, Makler, lokale Anzeigen oder das persönliche Netzwerk. Vereinbaren Sie Besichtigungen möglichst bei Tageslicht, damit Sie Lichtverhältnisse, Raumaufteilung und Zustand des Gebäudes realistisch einschätzen können. Fotos helfen beim späteren Vergleich mehrerer Objekte.

Bereiten Sie sich mit konkreten Fragen vor:

  • Wie ist der allgemeine Zustand der Bausubstanz?
  • Welche Modernisierungen sind bereits erfolgt, welche stehen noch aus?
  • Wie ist die Infrastruktur in der Umgebung (Schulen, Einkauf, Ärzte)?
  • Gibt es eingetragene Rechte Dritter oder Wegerechte?

Bei älteren Gebäuden empfiehlt sich die Begleitung durch einen Bausachverständigen. Er erkennt Mängel und schätzt mögliche Folgekosten ein, bevor Sie eine Kaufentscheidung treffen. Kommt eine Immobilie in die engere Wahl, sollten Sie außerdem einen Grundbuchauszug beim zuständigen Amtsgericht anfordern oder einsehen – dort sind Eigentumsverhältnisse, Belastungen und besondere Rechte dokumentiert.

3. Reservierung oder Vorvertrag

Haben Sie sich für eine Immobilie entschieden, können Sie diese über eine Reservierungsvereinbarung oder einen Vorvertrag sichern. Die Reservierung verschafft Zeit, zum Beispiel um die Finanzierung abzuschließen, während die Immobilie dem Markt entzogen wird. Der Vorvertrag ist deutlich verbindlicher: Beide Parteien verpflichten sich zum Abschluss des Kaufvertrags. Eine notarielle Beurkundung ist zwar nicht gesetzlich vorgeschrieben, aber empfehlenswert.

4. Finanzierung verbindlich abschließen

Jetzt wird aus dem ersten Budgetrahmen ein konkretes Finanzierungskonzept. Holen Sie Angebote von mehreren Banken oder unabhängigen Finanzierungsvermittlern ein und vergleichen Sie die Konditionen auf Basis identischer Eckdaten: Zinsbindungsdauer, Anfangstilgung (mindestens 2 %, besser 3–5 %) und Sondertilgungsoptionen.

Für die Bonitätsprüfung benötigt die Bank unter anderem:

  • Die letzten drei Gehaltsnachweise
  • SCHUFA-Selbstauskunft
  • Angaben zu laufenden finanziellen Verpflichtungen
  • Objektunterlagen wie Lageplan, Grundriss und Energieausweis

Wichtig: Unterschreiben Sie den Kaufvertrag erst, wenn Ihnen eine schriftliche Finanzierungsbestätigung vorliegt. Eine mündliche Zusage ist rechtlich unverbindlich.

5. Notartermin vorbereiten und Kaufvertrag prüfen

Der Notartermin ist der rechtliche Kern des Hauskaufs. Als Käufer können Sie in der Regel den Notar frei wählen. Der Kaufvertragsentwurf wird Ihnen mindestens 14 Tage vor dem Beurkundungstermin zugesandt – nutzen Sie diese Zeit, um ihn sorgfältig zu lesen und bei Bedarf anwaltlich prüfen zu lassen.

Am Beurkundungstag liest der Notar den Vertrag vor, nimmt Änderungswünsche auf und hält fest, wann die Kaufsumme zu überweisen ist. Beide Parteien unterzeichnen den Vertrag. Mit der Unterschrift beginnt der rechtliche Vollzug – Sie sind aber noch nicht sofort Eigentümer.

6. Nach dem Notartermin: Grundbuch, Steuer, Eigentumsübergang

Nach der Beurkundung veranlasst der Notar die Auflassungsvormerkung im Grundbuch. Sie sichert Ihren künftigen Eigentumserwerb ab. Parallel meldet der Notar den Kauf dem Finanzamt, das die Grunderwerbsteuer festsetzt. Erst wenn diese beglichen ist und die sogenannte Unbedenklichkeitsbescheinigung vorliegt, kann Ihre endgültige Eintragung als Eigentümer im Grundbuch erfolgen. Dieser Prozess kann – je nach Auslastung der Ämter – mehrere Wochen in Anspruch nehmen.

7. Schlüsselübergabe: der letzte Schritt

Die Schlüsselübergabe findet in der Regel statt, sobald der vollständige Kaufpreis bezahlt ist. Nehmen Sie sich für die Übergabe ausreichend Zeit. In das Übergabeprotokoll gehören:

  • Anzahl und Art der übergebenen Schlüssel
  • Zählerstände für Strom, Wasser und Gas
  • Festgestellte Mängel oder offene Punkte
  • Gegebenenfalls übernommenes Inventar

Nach der Übergabe stehen organisatorische Aufgaben an: Adressänderungen bei Behörden, Banken und Versicherungen sowie der Abschluss oder die Übernahme einer Gebäudeversicherung.

Wie lange dauert ein Hauskauf?

Von der ersten Besichtigung bis zur Schlüsselübergabe sollten Sie realistisch mit acht bis zwölf Wochen rechnen. Bankbearbeitungszeiten, Notarterminvergabe und die Grundbucheintragung können diesen Zeitraum verlängern. Wer alle Unterlagen frühzeitig zusammenstellt, verkürzt den Prozess spürbar.

Tipp: Den richtigen Makler finden

Gerade in Regionen mit aktivem Immobilienmarkt – etwa im Ruhrgebiet rund um Recklinghausen, Herten und Marl – kann ein erfahrener Makler den Kaufprozess erheblich vereinfachen. Er kennt den lokalen Markt, begleitet Besichtigungen und unterstützt bei der Kaufpreisverhandlung.

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